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Kein PS, aber es schwimmt

 

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Kein PS, aber es schwimmt

Fortbewegung auf dem Wasser funktioniert auch ohne schnelle Fortbewegungshilfen (landläufig Motoren genannt). Es ist zwar nicht so schnell, aber dafür entfällt das Knattern und Stinken des Motors. Und es ist eine andere Form des Bewegens, der Dynamik.

Es hat einen ungeheuren Wert, wenn keiner knattert und tuckert. Keiner. Die Ohren des lärmgeschädigten Menschen öffnen sich langsam wieder den natürlichen Geräuschen. Und es beginnt ein Entdecken, Lauschen und Schauen. Sinne erwachen, die längst eingeschlafen zu sein scheinen.

Und man kann der natürlichen menschlichen Fortbewegungsenergie auch auf dem Wasser durchaus etwas zumuten. Dieses haben wir während unser letzten Paddeltour

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so richtig genossen. Aber es geht hier nicht ums Paddeln, sondern um ein besonderes und noch gemächlicheres Gefährt der Fortbewegung auf dem Wasser:

Man nehme eine Woche Zeit, eine kleine Gruppe handwerklich nicht ganz unbegabter Leute (wenigstens drei sollten zwei rechte Hände haben), die mindestens das Seepferdchen-Abzeichen unter Beweis ihrer Schwimmfähigkeiten errungen haben, denen Spaß und relaxter Humor kein Fremdwort ist und (ganz wichtig!) die nicht jeden Morgen nach bequemen Hotelbetten rufen, besorge sich Holz, Nägel, Schrauben, Winkel, leere Metalltonnen, eine Plastikplane, Werkzeuge wie Sägen, Hammer, Akkuschrauber etc.

Man organisiere einen Radlader (von einem großzügigen und netten Unternehmer, dessen teure Fahrzeuge am Wochenende ja sowieso überflüssiger Weise oft unnütz rumstehen) oder bei nicht so großer Entfernung vom Gewässer ein bäuerliches Gefährt mit Anhänger (hier muss man allerdings die vorbereiteten Elemente vor Ort zusammenbauen) und ein geräumiges Fahrzeug als Begleit- und Gepäcktransfer samt Fahrer, Vorab-Zelt-Aufbauer und Koch (Rotierende Systeme nach Gebrechlichkeits- und Erschöpfungszustand oder Kochtauglichkeit sind zu empfehlen, bei Jugendlichen sind hier bevorzugt Eltern einzuspannen).

Man baue in zwei Tagen ein orginelles (aber schwimmfähiges!) Floß mit Dachplane, lange Stangen-Paddeln zum halbwegs Steuern und Lenken sowie für das Abstoßen vom Ufer.

Man suche ein gemächlich dahinfließendes Flüsschen ohne Motorbootverkehr (wichtig!), am Besten mit Eisvögeln, Prachtlibellen, Uferschnepfen und Uferflussläufern und bringe das Gefährt dort hin, lasse es zu Wasser, bestücke es mit bequemen Sitzmöbel und Campingkocher, sowie Essen und Getränken, und lasse sich die restlichen Tage treiben.

Der Erholungswert liegt garantiert über dem eines mittelgroßen Schützenfestes!

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Copyright Tina und Willi Klug 2006